Hilfsbereitschaft kennt keine Ferien


Was wir heute an Hilfsbereitschaft erleben durften, können wir selbst kaum fassen. Warum das unser bisher größtes Ding wird und was „Bayern 1“ damit zu tun hat, wollen wir Euch hier verraten.

Krankenhaus in Not

Ein Schwerpunkt unserer Hilfe ist das Krankenhaus von Kamjanez-Podilskyj. Weil dort wegen des Krieges doppelt so viele Patienten wie vorher behandelt werden, fehlt es wirklich an allem. Davon haben sich Dirk und Christian vor einigen Wochen vor Ort selbst ein Bild gemacht.

Die Gelegenheit

Kürzlich kam der Inhaber einer Pflegestation in Stockstadt am Main auf uns zu. Die Station wird geschlossen, und er bot uns an, dass wir die Ausstattung übernehmen dürfen: Krankenbetten, Nachttische und vieles mehr, was im Krankenhaus benötigt wird. Was für ein Glücksfall für uns – oder besser gesagt für das Krankenhaus in der Ukraine!

Gleichzeitig war klar: Das wird nicht einfach. Eine so große Menge an Hilfsgütern hatten wir noch nie – dafür brauchte es wirklich viele Helfer!

Erste Station: Stockstadt am Main


Der Bürgermeister von Stockstadt hatte die Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr und des Bauhofs zugesagt. Und so begannen bereits um 7 Uhr zahlreiche Helfer damit, alles abzubauen und aus dem Gebäude zu bringen. Einen Stapler vom Bauhof hatten sie dabei, um später den Lkw zu beladen.

Am frühen Nachmittag kamen einige Helfer aus Bad Brückenau dazu, die sich ebenfalls den Tag frei genommen hatten, um anzupacken.


All das hätte nichts genutzt ohne einen richtig großen Lkw: Eine selbständige Fuhrunternehmerin aus Bad Brückenau kam mit ihrem 40-Tonner nach Stockstadt und brachte ihren Sohn zur Unterstützung mit.

Gegen Abend war es geschafft: Dank der vielen fleißigen Hände war alles auf dem Sattelschlepper verstaut und ordentlich verzurrt.

Nächster Halt: FC-Halle in Bad Brückenau

Gegen 19 Uhr traf der Lkw in Bad Brückenau ein. Dort wartete bereits eine große Gruppe auf die Lieferung: Neben zahlreichen Helfern von brkhilft, vom FC und TV packten zehn Ukrainer aus Bad Brückenau mit an.

Auch die Stadt Bad Brückenau unterstützte kurzfristig: Der Bauhof stellte einen Stapler zur Verfügung. Der Fahrer des Staplers half freiwillig und schreibt seine Stunden nicht auf.


Knappe zwei Stunden später war alles ausgeladen und in der FC-Halle zwischengelagert:

  • 30 Krankenbetten
  • 35 Nachttische
  • 2 Behandlungsliegen
  • Badewannenlifter
  • Hebehilfen
  • Rollatoren
  • Infusionsständer
  • … und noch mehr!


Bisher größter Hilfstransport

Neben der Krankenhaus-Ausrüstung warten noch zahlreiche Schulmöbel darauf, in die Ukraine transportiert zu werden: Seit Wochen sammeln wir, um neu zu errichtende Schulen in der Westukraine auszustatten. Dort sollen Schüler unterrichtet werden, die aus den Kriegsgebieten geflohen sind.

Damit wird das der größte Hilfstransport, den brkhilft bisher durchgeführt hat!

Schienenbrücke in die Ukraine

Die Deutsche Bahn hat ein Logistiknetzwerk aufgebaut, um mit Lkws und Güterzügen Spenden in die Ukraine zu bringen. Also haben wir angefragt, ob wir damit unsere Hilfsgüter nach Lwiw transportieren können. Die Antwort: Ja. Und das beste: Die Kosten trägt die Deutsche Bahn!

Bayern 1

Was Bayern 1 mit all dem zu tun hat? Ende Juli hat unser Teamleiter Dirk Stumpe im Bayernmagazin ein Interview gegeben. Dabei hat er auch vom Krankenhaus in Kamjanez-Podilskyj berichtet und der dort herrschenden Not.

Dieses Interview hörte der Inhaber der Pflegestation in Stockstadt. So wurde er auf uns aufmerksam und sprach uns an.

Danke!

Wir bedanken uns sehr herzlich bei den vielen, vielen Helfern, die diese Aktion unterstützt haben. Ihr habt das überhaupt erst möglich gemacht!

Heute war ein guter Tag. Denn Hilfsbereitschaft kennt keine Ferien!

Das könnte dich auch interessieren …